Eigentlich wollte die SPD im Kulturausschuss die Kulturhauptstadt bereits abblasen. Schon lange geht es nicht mehr darum, ob wir die Bewerbung wollen, sondern darum, ob wir uns Bewerbung und Titel überhaupt leisten können! Damit den Bürger:innen aber endlich reiner Wein eingeschenkt werden kann, was das Projekt die Stadt kosten soll, hat die SPD konkrete Zahlen für März 2026 von der Verwaltung eingefordert. Denn dieses Projekt muss mit all den anderen strukturellen Überlegungen, die das Regierungspräsidium uns abverlangt, diskutiert und entschieden werden.

Für die SPD-Fraktion ist jedoch klar, in eine Zeit desolater Finanzlage passt kein Prestigeprojekt wie die „Bewerbung um die Europäische Kulturhauptstadt“: Solange unsere Schulen, die Qualität unserer Kinderbetreuung, das Leistungsangebot im sozialen Bereich, wie z.B. beim Frauennotruf, der Schulsozialarbeit oder in der Seniorenarbeit – solange der Zustand unserer Straßen, ein attraktiver ÖPNV und die Versorgung unserer Sportvereine mit Hallenzeiten teils meilenweit von den Standards entfernt sind, die die Menschen in unserer Stadt verdient hätten – solange wird eine „Kulturhauptstadt“ auf der Liste der Dinge, für die wir, als SPD, in den nächsten Jahre Geld ausgeben wollen, ganz weit hinten stehen, wenn nicht gänzlich fehlen.

Es muss endlich um die alltäglichen Sorgen, Nöte und Bedürfnisse der Menschen gehen – diese sollten im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen!

Anke Schuster