Pressemitteilung der SPD-Fraktion zu einer Anfrage der Rhein-Neckar-Zeitung:

  1. Wie stehen Sie zu dem Sofortprogramm mit Park and Ride-Parkplatz und Busshuttle?

    Der Vorschlag des Oberbürgermeisters ist kein Sofortprogramm sondern ein unkoordinierter Schnellschuss, der den Prozess und die Gremien zum Masterplan Neuenheimer Feld ignoriert. Er ist ein Versuch unter dem Deckmantel „Interimslösung“ Tatsachen zu schaffen. Wir wissen sehr gut welche Überlebensdauer solche „Interimslösungen“ in Heidelberg haben. Wir wenden uns entschieden gegen dieses kostspielige Baumaßnahmen-Programm, das die bisher offene Gesprächsgrundlage im Forum für den Masterplan im Neuenheimer Feld konterkariert.

    Grundsätzlich setzt die SPD auf den öffentlichen Nahverkehr als die umweltfreundlichste Art der urbanen Mobilität. Aus diesem Grunde hat die SPD mehrere Verbesserungsmöglichkeiten im bestehenden ÖPNV-Angebot ins Neuenheimer Feld in die politische Diskussion eingebracht.

    Das Forum zum Masterplan Neuenheimer Feld wurde konzipiert, um ein koordiniertes und in sich stimmiges Verkehrskonzept für das Neuenheimer Feld zu entwickeln – nicht isolierte, unüberlegte Schnellschüsse.

  2. Wie sehen Sie die Vorschläge der Handschuhsheimer/des UPI-Instituts zur Verbesserung der Verkehrssituation?

    Das Forum zum Masterplan im Neuenheimer Feld ist das richtige Format, um Vorschläge aus der Bürgerschaft, aus den Stadtteilvereinen und von Fachexperten einzubinden, zu hören und transparent darzustellen. In der öffentlichen Sitzung des Forums am 5. November 2018 wurde deutlich: Unsere konstruktiven Vorschläge vom Februar 2018 zu Verbesserungen der ÖPNV-Verkehrssituation innerhalb der bestehenden Verkehrsinfrastruktur sind für das Masterplanverfahren unschädlich, ebenso sehen wir dies bei den Vorschlägen des UPI. Wir sind gespannt, was wir im Februar 2019 im Forum zum Masterplan hören werden und freuen uns auf die transparente Diskussion.

  3. Was halten Sie vom Vorpreschen des Oberbürgermeisters?

    Nichts!! Die SPD hat als erste Fraktion bereits Anfang letzten Jahres Gespräche mit den Betroffenen vor Ort im Neuenheimer Feld geführt, begleitet von einer breiten Umfrage der SPD Heidelberg und unter Einbindung der Gewerkschaften.

    Anders als der Oberbürgermeister respektieren wir das Masterplanverfahren und haben daher gezielt nur auf Optimierungen in der bestehenden Verkehrsinfrastruktur gedrängt. Deshalb erwarten wir nun im nächsten SEVA eine diskutable Vorlage, die eigentlich vor der Haushaltsverabschiedung erforderlich gewesen wäre, und werden unsere Vorschläge dazu einbringen.

  4. Haben Sie noch andere Vorschläge zur Entschärfung der Situation?

    Folgende Maßnahmen schlagen wir vor:

    • verbesserte ÖPNV-Bedienung durch Schaffung von Direktverbindungen zwischen dem Sportzentrum Nord und dem Bismarckplatz sowie zwischen dem Sportzentrum Nord und dem Hauptbahnhof
    • ÖPNV-Fahrpläne, die die Schichtzeiten der Beschäftigten des Klinikbetriebes im Neuenheimer Feld besser berücksichtigen
    • Umbau Einfahrt Schranke Kirschner Straße/Straße Im Neuenheimer Feld, dass die ÖPNV-Busse die Schranke mittels eigener, privilegierter Ein- und Ausfahrtstreifen ohne Wartezeit in der Autoschlange passieren können.
    • Rückbau des Grünstreifens Engstelle Hofmeisterweg an der alten Kinderklinik, damit die ÖPNV-Busse ausreichend Platz erhalten und Begegnungsverkehr möglich ist.
    • Eine „Mitfahr-App“ für das Planungsgebiet Neuenheimer Feld zur Bildung von Fahrgemeinschaften kann den Anteil des Individualverkehrs deutlich reduzieren.