Die SPD-Fraktion Heidelberg begleitet den Prozess bei der Formulierung des Berichts zur Sozialen Lage in Heidelberg mit einer Reihe von Besuchen bei verschiedenen Engagierten in Heidelberg. Die SPD-Stadträte Karl Emer, Andreas Grasser und SPD-Stadträtin Irmtraud Spinnler haben am 15.11.18 Obdach e.V. besucht. Es ist die vierte Station nach dem Auftakt der Besuchsreihe am 31.8.18 beim Kinderschutzbund Heidelberg, dem Besuch am 19.09.18 bei der Schuldnerberatung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Besuches am 25.10.18 bei der Heidelberger Tafel e.V..

Klaus Bowe, David Burger und Frank Schmucker, der geschäftsführende Vorstand von Obdach e.V., stellten die Arbeit des Vereins ausführlich vor. Der Verein setzt sich dafür ein, dass auch diejenigen Menschen ein Dach über dem Kopf haben, die ohne Hilfe aus schwierigsten Lebensverhältnissen kaum noch in ein möglichst eigenverantwortliches Leben zurückfinden können. Obdach e.V. bemüht sich, für die Menschen, die Hilfe annehmen, eine Wohnung, Betreuung und wo möglich auch eine Beschäftigung anzubieten. Dafür braucht der Verein eine für vertrauliche Betreuungsgespräche passende Bürofläche und vor allem mehr passenden Wohnraum im Zentrum der Stadt.

Der Verein Obdach e.V. finanziert seine Arbeit aus den Erträgen der eigenen Obdach-Stiftung Heidelberg, die zu 100 % der Arbeit von OBDACH e.V. zufließt. So kann der Verein verlässlich und dauerhaft arbeiten. Der Verein vermittelt derzeit anstelle von 80 sonst obdachlosen Mietern in 36 Wohnungen deren Mietkosten, die vom Amt für Soziales und Senioren oder vom Jobcenter getragen werden, an die Vermieterin GGH beziehungsweise bietet einige dieser Wohnungen selbst zur Miete an. Um diese Arbeit fortzuführen, Betreuung durch vier Sozialarbeiter anzubieten und auch weiteren Wohnraum zu finden, ist Obdach e.V. auf die Unterstützung einer Betreuungspauschale, vor allem aber auf Spenden aus der Bürgerschaft angewiesen. Bei knapp 100 engagierten Mitgliedern spielen Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung der Arbeit eine weit untergeordnete Rolle.

Karl Emer, Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss für Soziales und Chancengleichheit, macht deutlich: „Der nun dem Gemeinderat vorliegende Bericht zur Sozialen Lage, der auf die Initiative der SPD zurückgeht, zeigt, wie sozial Heidelberg ist, und zeigt, wo sich wandelnde Bedingungen und verschlechternde Tendenzen andeuten. In der Arbeit des Vereines Obdach e.V. steckt viel freiwilliges, bürgerschaftliches Engagement. Die Arbeit ist aber rein ehrenamtlich nicht zu schaffen. Darum beschäftigt der Verein vier Sozialarbeiter. In besonderem Maße trägt Obdach e.V. dazu bei, dass Menschen, die Verwahrlosung und Not erlebt haben, nicht an den Rand der in weiten Teilen wohlhabenden Stadt Heidelberg gedrängt werden, sondern einen Platz in unserer Mitte angeboten bekommen. Die Engagierten vermitteln für diese Menschen die passenden Räumlichkeiten und geben Ihnen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch die Würde, so selbstbestimmt wie möglich leben zu können. Ein Blick auch in die Arbeit des Vereines macht deutlich, wie in dem Bericht zur Sozialen Lage statistische Zahlen zu verstehen sind und was wir als Stadtgesellschaft für Menschen tun können.“

Andreas Grasser, SPD-Stadtrat im Ausschuss für Soziales und Chancengleichheit, dankt den Spendern, die die zweckgebundene Arbeit von Obdach e.V. unterstützen: „200.000 Euro Spendenbedarf im Jahr ist eine große Summe! Obdach e.V. muss häufig bis in den November oder Dezember warten, um zu wissen, in welcher Höhe Spenden zugehen. Wir danken dem Netz von ca. 1500 Spendern, darunter auch einige Unternehmen und Großspender, die die Arbeit von Obdach e.V. möglich machen und bitten um ihre weitere Unterstützung. Außerdem wollen wir als Stadträte bei der Suche nach kleinen, flexiblen Wohneinheiten weiterhelfen, die von Obdach e.V. gemietet oder gekauft werden können. Wir sehen hierfür am ehesten die Möglichkeit bei frei werdenden alten Gebäuden der städtischen Wohnungsgesellschaft GGH, an deren Stelle Obdach e.V. im Falle eines Kaufes oder einer Anmietung eine angemessene Sanierung übernehmen kann.“

Irmtraud Spinnler, Stadträtin der SPD und Beisitzerin im Vorstand von Obdach e.V., macht anschaulich: „Bürgerinnen und Bürger können sich bei Obdach e.V. selbst engagieren. Eine Betreuung bei Obdach e.V. ist sehr vielseitig. Ein regelmäßiges Frühstücksangebot in der Bahnhofstraße 3 schafft einen Begegnungsrahmen, Hilfe bei amtlichen Vorgängen kann vermittelt werden, Tätigkeiten wie Wartung und kleinere Reparaturen in den bewohnten Wohnungen, in einer Fahrradwerkstatt können unterstützt werden. Nur in wenigen Fällen finden betreute Menschen Arbeit beim Recyclinghof, den Heidelberger Diensten, der Gärtnerei oder dem Friedhofsamt. Die meisten betreuten Menschen sind in ihrem körperlichen Zustand so alt und so krank, dass sie keiner regelmäßigen Tätigkeit nachgehen können, sondern selbst Hilfe brauchen.“