Heidelberg muss sparen. Gebühren für Kitas, Schulbetreuung und Schwimmbäder steigen, beim ÖPNV wird gespart. Familien zahlen mehr. Doch Autofahrende werden entlastet: Die Parkraumbewirtschaftung der Bahnstadt hat ihre Ziele erreicht, Falschparken reduziert und die Sicherheit verbessert. Über 500.000 Euro wurden eingenommen. Trotzdem sollen die Gebühren sinken, auf bis zu 250.000 Euro jährlich wird verzichtet. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen!
Ironisch ist die Begründung, günstigere Parkgebühren hielten den Stadtteil „lebendig“. Lebendigkeit bedeutet für mich sichere Wege, Aufenthaltsqualität und öffentlichen Raum für Menschen, kein „Recht“ auf günstiges Parken.
Die Bahnstadt wurde verkehrsarm geplant. Nun eröffnet mit dem SkyHub trotz bester ÖPNV-Anbindung das größte Parkhaus in HD mit 800 Stellplätzen. Gleichzeitig soll Straßenparken günstiger werden, bevor die Parkhaustarife feststehen. Das widerspricht dem Ziel, Autos von der Straße in Parkhäuser zu verlagern.
Das SkyHub-Gutachten zeigt: Über den Langen Anger und die Kosselstraße ist mit Schleichverkehr zu rechnen. Zugleich soll der Radschnellweg RS 16 an der Pfaffengrunder Terrasse anschließen. Damit brauchen Pendelnde und Kinder sichere Radwege. Statt erst nach einem Jahr zu prüfen, müssen wir jetzt vorsorgen, mit Durchfahrtssperren und Fahrradstraßen, die das Gutachten vorschlägt.
Lebensqualität heißt vorausschauend planen: sichere Wege und Platz für Menschen statt mehr Autoverkehr!