Fachkräftemangel ist nach einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar für regionale Betriebe das „Geschäftsrisiko Nummer 1″. Durch unbesetzte Ausbildungs- und Fachkräftestellen kommt es schon heute zu Wertschöpfungsverlusten und damit zu entgangenen Steuereinnahmen.

Wohnraum in Heidelberg ist knapp und teuer. Dies gilt gerade für Auszubildende. Daher war es wichtig, dass die Stadt Heidelberg, gemeinsam mit lokalen Partnern, das bundesweit erste Ausbildungshaus zum 1. September 2016 in Rohrbach eröffnet hat. Mit seinen 66 Studios bietet das Ausbildungshaus den lokalen Betrieben, vor allem kleineren und mittelständischen Betrieben einen Vorteil im Wettbewerb um Berufsnachwuchs.

Den Auszubildenden bietet es eine arbeitsortnahe Unterkunft und ein soziales Umfeld. Vor Ort gibt es Sprachkurse, eine sozialpädagogische Begleitung sowie ein Seminarprogramm, das für alle Heidelberger Auszubildende geöffnet ist. Durch die soziale Integration wird Ausbildungsabbrüchen vorgebeugt, und die Standortbindung von Auszubildenden gefördert.

Erste Erfahrungen belegen: Das Haus leistet, über seine Funktion als Wohnheim hinaus, einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Wirtschaftsstandortes Heidelberg und bietet Mehrwerte für alle Beteiligten.

Das erste Ausbildungshaus deckt jedoch den Bedarf der Wirtschaft nicht ausreichend ab. Insgesamt 14 Unternehmen haben Bewohnerinnen und Bewohner im Haus untergebracht. Ständig treffen weitere Anfragen ein. Auch Firmen, die bereits ein- oder mehrere Zimmer anmieten, sind dringend auf der Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. Es ist notwendig den Ausbildungsstandort Heidelberg für junge Nachwuchskräfte weiterhin attraktiv zu gestalten und die Rahmenbedingungen für eine Ausbildung zu stärken, damit die lokalen Betriebe auch zukünftig ihren Fachkräftebedarf decken können.

Es gilt die Chance zu ergreifen und an den bisherigen positiven Erfahrungen anzuknüpfen und ein zweites Ausbildungshaus in Heidelberg zu ermöglichen.